Der Schriftsteller Max Frisch sagte einmal: “Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.” In unserem aktuellen Jahres- und Wirkungsbericht blicken wir zurück auf das Krisenjahr 2020. 

Deutlicher denn je brachte die Pandemie gesellschaftliche Fragen und Probleme ans Licht. Deutschland stand still. Die Menschen blieben zu Hause, verbrachten viel Zeit vor dem Bildschirm. Beste Bedingungen, um auf Deutschlands bekanntester Petitionsplattform Change.org aktiv zu werden. Im Corona-Jahr registrierten sich  rund 870.000 Nutzer*innen neu, mehr als jemals zuvor. Die Zahl der registrierten Nutzer*innen knackte damit die 7- Millionen-Marke. Die Leute unterschrieben oder starteten Petitionen, teilten ihre Geschichten, feierten ihre Erfolge. Mehr und mehr Menschen entdeckten die Möglichkeit, Dinge zu verändern. Sie merkten, dass es sich lohnt, gemeinsam mit vielen anderen Veränderung anzustoßen.

Erfolg! Pünktlich zum Welteseltag am 8. Mai 2020 ist die Freude unter Tierfreund*innen groß: In vier kenianischen Eselschlachthäusern darf niemals mehr ein Esel geschlachtet werden.

Die Freude über den Erfolg einer Petition ist mehr als “nur digital”. Sie ist ganz und gar analog, fühlbar in Bauch und Herz. Die Berliner Fahrradkurierin Tamara Danilov freute sich, als ihre Petition dazu führte, dass bei der Tour de France die “Podiumgirls” abgeschafft wurden, knapp bekleidete Damen zur Zierde des Gewinners. Die Tierfreund*innen der Welttierschutzgesellschaft freuten sich mit den Eseln, dass vier Eselschlachthäuser in Kenia für immer geschlossen wurden. Und die Lüneburgerin Karina Timmann bietet mit ihrer Forderung lokales Trinkwasser zu schützen dem multinationalen Konzern Coca-Cola weiterhin mutig Paroli

Auch wir bleiben mutig: Gegen den Verlust unserer Gemeinnützigkeit haben wir am 18. März 2021 Einspruch erhoben. Wir halten die Argumente der Berliner Finanzverwaltung für nicht stichhaltig und wehren uns mit allen juristischen Mitteln. Unterstützt werden wir dabei von der Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. (GFF). Mit Vorfreude und Zuversicht blicken wir auf das, was vor uns liegt: Im Jahr der Bundestagswahl organisieren wir mit Bürger*innen die Aktion ABSTIMMUNG21 – Deutschlands erste bundesweite Volksabstimmung. Um die Menschen in Krisenzeiten weiterhin für Demokratie zu begeistern, starteten wir im Februar 2021 die neue Plattform innn.it, die das Sammeln von rechtsgültigen Unterschriften für Bürger- und Volksbegehren erleichtert. 

Am 24. Februar 2021 teilt die zuständige Berliner Finanzverwaltung dem Verein Change.org e.V. mit, dass uns der Gemeinnützigkeitsstatus aberkannt wird. Am 18. März 2021 erheben wir Einspruch gegen diese Entscheidung.

Zu guter Letzt sind wir dankbar. Dankbar dafür, wie wir die Herausforderungen der Pandemie gemeistert und unsere Arbeitsgewohnheiten neu organisiert haben. Dankbar, dass wir trotz Krise wachsen und uns gegenseitig Halt geben konnten. Dankbar, dass so viele Menschen neu zur Change.org-Gemeinschaft gestoßen sind und so viele Debatten und Veränderungen angestoßen haben.

Wir beschließen 2020 mit Mut, Zuversicht, Vorfreude und Dankbarkeit: Ja, unser Krisenjahr war produktiv. Max Frisch würde uns recht geben.

Hier finden Sie unseren den Jahres- und Wirkungsbericht 2020, angefertigt nach den Vorgaben des Social Reporting Standards (SRS). Viel Freude beim Lesen.